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Kommen eine Initiative und ein dazugehöriger Gegenvorschlag zur Abstimmung, so findet eigentlich so etwas wie ein kleines natürliches Experiment statt. Meist handelt es sich ja beim Gegenvorschlag um eine mehr oder weniger stark modifizierte Version der Initiative, von der man hofft, dass sie, mehrheitsfähig, letztere verhindert, und gleichzeitig das Thema ad acta legt. Man stimmt also über zwei sehr ähnliche Vorlagen gleichzeitig ab. Weil am 13.6.2010 nichts von der Kinderbetreuungsinitiative und dem dazugehörigen Gegenvorschlag ablenken konnte, hab ich mir die Sache mal genauer angeschaut. Die Resultate sind in "'Kinderbetreuung Ja' - aber mit Vorbehalten (statistik.info 5/10) zu finden. |
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Letzte Aktualisierung ( 30.06.2010 )
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Meine Analyse der Resultate vom 7.3.2010 legt nahe, dass der Entscheid mit Blick aufs Portemonnaie gefällt wurde: Je weniger da drin ist, desto grösser die Neigung Nein zu sagen. Ob dieser intensive sozusagen gesamtschweizerische-kollektive Wunsch, dass der selbst geäufnete kleine Hort unangetastet bleibe und seinen Zins abwerfe, in Erfüllung geht? Man wird sehen. Irgendwie hat man den Eindruck, dass die naive Vorstellung, dass hier jeder, unabhängig von den andern, sein eigenes Eichhörnchen sei, noch immer weit verbreitet ist - man hat das BVG seinerzeit ja auch mit dem Argument verkauft, dass hier nicht wie bei der AHV umgelegt würde. Bloss ist Geld, dass man in dreissig Jahren bekommen soll, nie dasselbe. |
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Letzte Aktualisierung ( 13.03.2010 )
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Der unerwartete Erfolg der Minarettinitiative gab ja im In- und Ausland einiges zu reden diese Woche - meine Diskussion der Zürcher Resultate auf empirischer Basis findet sich hier. Das Interesse an den gleichzeitig stattfindenden Ersatzwahlen in den Zürcher Regierungsrat hielt sich, im Vergleich damit, sowohl in Intensität wie Reichweite in Grenzen. Zumal bei den Wählern der nicht direkt betroffenen Parteien. Reaktionen und Berichte zur Analyse in Claude Longchamps blog "zoon politicon", auf Radio DRS (3.12.09), in der Limmattaler Zeitung (3.12.09), in NZZ print (zur Regierungsratswahl) und online (zur Minarettinitiaitve), TA-online( 3.12.09). Siehe auch die Interpellation betreffend Verhältnis der Reformierten zum Islam und dem zukünftigen interreligiösen Handeln nach der Minarett-Abstimmung – Antwort des Kirchenrates. Die Vox-Analyse korroboriert im übrigen den Befund meiner Deutung der Zürcher Resultate der Minarettabstimmung: links-rechts, bzw. wohl genauer konservativ vs. progressiv und der soziale Status, d.h. wesentlich auch die Bildung beeinflussten das Abstimmungsverhalten. Weniger erfolgreich war hingegen die Hypothese von den islamkritischen "linken Frauen" , die unmittelbar nach der Abstimmung da (Regula Stämpfli) und dort (Michael Herrmann) herumgeboten wurde. In der Hitze des medialen Gefechts wird bisweilen die Empirie der freien Rhapsodie auf der Basis anekdotischer Evidenz geopfert - die natürlich, weil unüblich, viel mehr hergibt. Schön ist auch, dass im Nachhinein niemand etwas davon gewusst haben will. In der Thurgauer Zeitung (online?) vom 9.12.09 wurde ein ziemlich untergeordneter Aspekt des Ganzen unter dem Titel die "Die Muslime und das tumbe Schweizer Landvolk" noch einmal aufgekocht. (Besten Dank für die "fleissigen Statistiker"...). Der Bericht gibt die Resultate insofern richtig wieder, als die einfache Beziehung: "je weniger Muslime desto mehr Ja" wahrscheinlich hinterfragt werden muss. Ob der Zürcher Befund für die gesamte Schweiz gültig ist - und den Kanton Thurgau im Speziellen, der die anekdotische Evidenz im zweiten Teil des Artikels spenden darf - wäre hingegen zu überprüfen. Was nicht ganz einfach ist, denn die aktuellsten kleinräumig verfügbaren Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Bevölkerung sind mittlerweile auch schon zehn Jahre alt. Ebenso klar ist aber auch, dass ländliche, rurale, gesellschaftlich traditionell orientierte Gebiete der Minarett-Initiative eher zugestimmt haben als urbane. Nur nebenbei: Was mich immer wieder erstaunt, ist die intensive Nutzung der Kommentarfunktion bei gewissen Artikeln der online-Tagespresse das Mitteilungsbedürfnis, dass da zum Ausdruck kommt, erzeugt ja sozusagen kostenlos demoskopisches Datenmaterial bereits elektronisch verfügbar fürs text-mining. Man sollte das mal erforschen! |
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Letzte Aktualisierung ( 20.06.2010 )
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Die Fairfluginitiative wurde zwar gründlich verworfen - offenbar war die überwältigende Mehrheit der Kantonsbevölkerung der Meinung, die negativen Externalitäten der internationalen Verkehrsanbindung Zürichs seien, so wie sie gegenwärtig sind, gerade richtig verteilt - Einige waren es aber sehr dezidiert nicht, und man muss nicht fragen, wo sie wohnen. Meine Analyse der Abstimmungsresultate vom 27.9. 2009 versucht die Zustimmung zur Initiative mit einem statistischen Modell zu erklären. Bevor ich's vergesse: die IV-Finanzierungsvorlage wird natürlich auch abgehandelt (siehe NZZ online, bzw. sda vom 1.10.2009) |
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Letzte Aktualisierung ( 02.10.2009 )
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... oder vielleicht doch nicht? Denn auch die Vornamenwahl der Zürcher Eltern, wie ja eigentlich alles, womit ich mich (wissenschaftlich) befasse, scheint einen sehr ausgeprägt sozialen Charakter zu haben. Wie anders wären die deutlichen Konjunkturen der einzelnen Vornamen, vor allem aber der langfristige stetige Wandel ihrer Lautgestalt in den vergangenen zwanzig Jahren zu erklären, den ich in meiner Publikation (statistik.info 08/2009) zum Gegenstand gemacht habe? Überdies anknüpfend an meine germanistisch-linguistische Prähistorie. Grössere Artikel dazu im Tages-Anzeiger (29.7.2009), Landboten (29.7.2009), "Sonntag" (26.7.2009). Siehe auch NZZ online und 20 Minuten. Ein Artikel im Tages-Anzeiger vom 15.10.09 bezieht sich ebenfalls darauf: Ein schönes Belegstück für die wunderlichen Effekte, die sich der Echokammer des Tagesjournalismus mitunter einstellen, wie der Vergleich mit der ursprünglichen Signalquelle lehrt .... |
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Letzte Aktualisierung ( 14.10.2009 )
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